Ich suchte Entrückung.
Schier platzend, bald aggressiv, bald traurig tigerte ich meinen Weg, jeden Tag. Gierig suchte ich den Wahnsinn in Alkohol zu tränken.
Bald lief ich stundenlang, buchstäblich fort von mir selbst, bis meine Blasen Blasen bekamen und ich den Kollaps nahe war.
Ich streunte durch die Nächte, schrie den Mond an, er möge Erlösung schenken, wie der Monsunregen.
Wenn man ganz unten ankommt, dann kann man nicht mehr fallen. Ich rannte, schwitzte, kochte, schrieb und hasste. Dann schlief ich unruhig und ohne mich zu erholen, Tag für Tag. Mein Leben wie ein Fließband.
Ich hatte keinen Appetit und keine Lust. Aber das hatte keine Bedeutung mehr. Ich fühlte keinen Wert mehr in den alltäglichen Dingen, stumpfte ab, gleichgültig. Alles wurde so kontrastlos, gleich. Bis ich zu einfachen sozialen Kontakten nicht mehr fähig schien. Man fand mich langweilig, ich war profillos, ohne Kanten, aber auch ohne jede Kontur. Ich hatte mich selbst in meine eigene Gleichgültigkeit geboren.